Empathen: Das Problem mit dem Spiegeln

Mirror“ von Marco Fedele BY-NC-ND 2.0

Alle Menschen spiegeln einander und rufen die Wirklichkeit miteinander hervor, die der andere Einfordert. In der Psychologie nennt sich das Projektion.
Als Empath ist dieses Spiegeln nun noch um ein vielfaches Stärker. Daraus entsteht das Problem als Empath nahezu nie gesehen zu werden. Je stärker es ausgeprägt ist, desto schwieriger ist es. Lediglich ähnlich starke Empathen sehen sich gegenseitig. Je größer das Gefälle in der Ausprägung der Empathie ist, desto stärker nimmt wieder das Spiegeln zu.

Ein Mensch sieht im Empathen sein Spiegelbild aber nicht den Spiegel selbst. So wie wir eben auch in einen Spiegel blicken und uns selbst sehen aber nicht gleich den Spiegel in seiner Substanz.
Die Wirklichkeit, die Selbsteinordnung und Wahrnehmung wird dadurch äußerst komplex und bedarf einer ständigen Reflektion und Prüfung. Nicht selten ist der Rat von anderen ein Selbstgespräch und trifft nicht auf den Empathen zu. Doch dies kann auch eine Falle sein, denn auch die Wirklichkeit die ein Empath gestaltet ist da und muss durchschaut und erlöst werden.
Nur weil man Empath ist, heißt das ja nicht, das man keine Lebensprobleme zu Lösen und Konflikte auszutragen hätte. Es zeigt sich bisher, das es ratsam ist Werkzeuge wie die Astrologie zu benutzen oder in der Selbsterfahrung und Intuition seine Lösungen zu finden.

Das Gespräch mit anderen Hilft. Die Fragen zu stellen hilft. Nur sind es nicht die Ratschläge oder Lösungen von außen die zutreffen sondern meist kristallisiert sich durch das Gespräch selbst etwas heraus, werden neue Impulse und Sichtweisen gefunden. Die Antwort aber liegt in einem selbst. An sich liegt sie immer in einem selbst aber bei Empathen fällt das außen weniger ins Gewicht.

Das darunter leiden, nicht als das gesehen zu werden was man ist, sondern im Wesentlichen in seiner Funktion als Spiegel ist schwierig. Ist es nicht die Sehnsucht eines jeden, für das was man ist geschätzt und schlussendlich geliebt zu werden. Doch für die allermeisten Menschen lebt man die Rolle als Spiegel, als Heilsamer Zeitgenosse der deshalb geliebt aber auch gehasst wird. Denn es ist nicht einfach für die Menschen drumherum ständig zu den eigenen Themen gestubst zu werden. So heilsam es ist, es schmerzt nicht selten die eigenen Täuschungen loszulassen.
Die einzige Lösung scheint hier der Kontakt mit anderen Empathen um das eigene Bedürfnis, des gesehen und angenommen Werdens, erleben zu können.

Ein weiterer Faktor ist schwierig über den ich mich gerade ausgetauscht habe. Viele Menschen sind so voller Selbstzweifel und Unsicherheiten das eine einfache Frage damit beantwortet wird, man sei nicht Verantwortlich oder Erklärungen kommen die gar nicht gefragt waren. Es ging doch nur um eine einfache Frage…und die Antwort auf diese, um nichts sonst aber die Spiegelfunktion ruft im anderen etwas anderes hervor.
Das erschwert insbesondere einen Arbeitsalltag und die Entspannung. Denn auch als Empath will ich nicht immer helfen und heilen und doch komme ich nicht wirklich aus dieser Rolle heraus.

Ich frage mich in letzter Zeit selbst wie ich auftrete. Ob es Sinn macht mich zu erklären, das ich Empath bin und was das Spiegeln ist. Ich mache regelmäßig die Erfahrung das es schlicht nicht verstanden wird. Und obwohl die Information da ist, blickt der andere doch wieder in sein Spiegelbild, verwechselt dieses Spiegelbild eines seiner Persönlichkeitszüge dann mit mir als Mensch und verschiedene Menschen kommen zu völlig verschiedenen (und manchmal absurden) Sichtweisen über mich. Sichtweisen in welchen ich mich selbst aber kaum wiederfinde, für die ich dann aber manchmal durchaus angegriffen und kritisiert werde.

Eine optimale Lösung suche ich, ebenso wie befreundete Empathen weiterhin.

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