Gemeinschaft: Schritte in die Verwirklichung

Wie erreichen wir unser Ziel?

Ich empfinde es immer wieder als unlogisch, wenn mir entgegengebracht wird: „Fang doch sofort an“ oder „Zuerst brauchst du viel Geld“. Ich denke genau dies sind Gründe weshalb viele Gemeinschaften scheitern. Es braucht erst einen guten Plan und geistige Vorbereitung, die auch die spirituelle Dimension berücksichtigen muss.

    1. Vorrangig ist die Bewusstseinsentwicklung und die Bildung und Diskussion unseres Plans

      • Dieses Konzept soll kritisiert werden, um gemeinsam zur besten Lösung zu finden.
        Es muss abgeklopft und durch die Erfahrungen in anderen Gemeinschaften auf Schwachstellen geprüft werden. Alle Schwachstellen sollten Notiert und Lösungsstrategien entwickelt werden, um beim Auftauchen solcher Probleme einen Handlungsfaden zu haben, auf den man in einer stressigen Situation zurückgreifen kann.

      • Ebenso sollten vorbeugend Konzepte und Rituale vorbereitet werden, welche die Gemeinschaft fördern.
        Zum Beispiel nach der Mittagspause ein gemeinsames TaiChi für eine halbe Stunde, ehe wir weiterarbeiten. Das festigt die Gemeinschaft, fördert die spirituelle Entwicklung, erlaubt die aufmerksame Selbstbeobachtung, in welchem Bereich vielleicht bald Probleme auftauchen werden (wegen Überarbeitung, Konflikten oder eine Idee) und Lösungen liegen. So etwas hätte einige synergetische Effekte zur Folge.

    2. Die richtigen Menschen für den Anfang finden und das vergrößern der Gemeinschaft

      • Am Anfang braucht es Menschen die für das Projekt brennen und es als Lebensprojekt empfinden, das sie sich nicht nur mal anschauen, sondern in dem sie wirklich gestalten wollen. Menschen die Mitmachen sind leicht zu finden. Menschen die sich durchbeißen können, nach dem Motto: „Es gibt für jedes Problem eine Lösung, ich hab sie nur noch nicht gefunden“ und die einen langen Atem haben, sind selten. Jene die andere Motivieren wenn sie den Mut verlieren und geradlinig Weitermachen.

      • Es braucht begeisterte Menschen die mit Herz, Gefühl und Gedanke innerlich daran „arbeiten“ diese Pläne in die Zukunft zu manifestieren. Je mehr wir sind und wenn wir uns öfter in Einigkeit auf unser persönliches Bild und die Begeisterung dafür einlassen, desto stärker prägen wir das Feld, um unser Projekt verwirklichen zu können.

        Gut dafür geeignet um in die Begeisterung der inneren Bilder zu finden, ist die Anastasia Buchreihe von Wladimir Megre.

      • Die Anwerbung von weiteren Interessierten wird Erfahrungsgemäß im laufe des Prozesses entstehen, ebenso wie das Kennenlernen.

      • Das Kennenlernen sollte durch gemeinsame Aktivitäten entstehen. Das persönliche Erleben über längere Zeiträume ist wichtig um zu klären, ob das auf Dauer harmonieren kann. (Urlaub, Sport, Wandern)

      • Wenn nicht genug geeignete Siedler gefunden wurden, ist eine Ausschreibung in einer Gemeinde oder dem Internet denkbar. Persönliche Beziehungsgeflechte, Freundschaften und Familien, sind in der Regel tragfähiger, als anonyme Internetnutzer. Es kann aber durchaus Sinnvoll sein, das Internet zu integrieren, sofern es zu keinem Überlaufen kommt
        (Es gibt derzeit mehr interessierte Siedler, als Gemeinschaften und vielen dieser Siedler mangelt es noch an Bewusstsein für ihr Bewusstsein)

    3. Die Finanzierung umfasst vorrangig Möglichkeiten, weniger € zu brauchen, erst im nächsten Schritt wird es interessant diese Konkret auszugeben, also auch aufzutreiben.

      • Jeder der sich an dem Projekt beteiligt, sollte seinen Anteil beitragen, dazu gibt es auch bei Mittellosen Konzepte.

      • Das Grundstück muss bezahlt werden, weitere Bauten auf dem Gelände können günstig gemeinsam erbaut werden.
        -> Ab 20-30 Tausend Siedlergemeinde – Billig Bauen
        sowie Strohballenbau und Earth-Ships im Selbstbau.
        Hier ist es wohl Praktikabel das manche Beteiligte des Projekts mehr einbringen, als andere, was dann später durch interne Arbeit verrechnet werden kann oder als Eigner dieses Anteils im Verein vorerst nur mit diesem Anteil eingetragen wird.
        Im Optimalfall begeistert sich ein Grundstückseigentümer für diese Idee und wir kaufen lediglich Land hinzu.

      • Erschließung des Geländes
        • Auf normale Erschließung wie Abwasserkanäle, soll verzichtet werden (Naturkläranlagen, Komposttoiletten). Vorhandenes wird natürlich genutzt.
        • Ein Hauptstromanschluss und Internet: verteilen wir selbst
        • Biomeiler sorgen für Wärme

      • Laut den Berechnungen von Wolfgang Eggert (siedlergemeinde.org) bedarf es einer Einlage von etwa 20.000€ pro Person. Diese Summe kann sowohl noch steigen als auch sinken, je nach Örtlichkeit, Umständen und größeren Anteilseignern. Alles weitere soll durch konkrete Arbeit nach und nach gedeckt werden.

      • Selbstständige Betriebe sollen im Schnittstellenbetrieb zusammenlaufen und generieren € von Außen. Ebenso ist das Ziel äußere Anstellungen in einem Zeitarbeitsmodell bei diesem Schnittstellenbetrieb zusammenzuführen, damit alle Bürokratie und Steuern fachmännisch Zentral verwaltet werden und auf die Einhaltung von Gesetzen genau geachtet wird.
        Wer innerhalb der Strukturen arbeitet, profitiert vom Geld von Außen und wer Geld einbringt, profitiert von der steuerfreien Arbeit aus der Gemeinschaft.
        Generell sollte jeder Siedler Zeitpunkte für seine Arbeitszeit erhalten, unabhängig davon ob dieses € generiert. Wer € benötigt, kann sie bei Bedarf gegen seine Zeitpunkte eintauschen.

    4. Praktischer Beginn
      Wenn sich die Gemeinschaft kennen gelernt hat und wir gemeinsam eine geeignete Gemeinde aufgetan haben, die unser Vorhaben unterstützt, kann es konkret werden, mit dem Erwerb eines Hofes mit Land, das wir bebauen können.
      In der Folge werden nach und nach diejenigen die mehr Zeit haben, in die Räumlichkeiten ziehen um sie zu renovieren und für andere Siedler bereit zu stellen, so dass nach und nach immer mehr Menschen dort Wohnraum finden um das Projekt im vollen Umfang zu verwirklichen.Im Folgenden von Wolfgang Eggert übernommen:

      1. Im 1.Schritt versucht jede Gruppe mindestens 20 Siedler zusammenzubringen, die das jeweilige Anlandungsunternehmen auch tatsächlich durchführen die Landwirtschaft aufnehmen, um von dort aus sukzessive Dorfsiedler nachzuziehen. Das Maximalziel ist, daß sich Vollautarkie-Besetzungen (50 Dorfparteien+20 Schnittstellenbetreiber) finden. Bringt man „auf dem Papier“ eine Landwirtschaftsgruppe, also den SSB in Gang, so ist sicherzustellen, daß sich mindestens ein ausgebildeter Landwirt darunter befindet. Schafft man es gleich zu einer Autark-Vollgruppe (50+20 Beteiligte) dann ist darauf zu achten, daß man das berufliche Anforderungsprofil bedient. Ist man so weit, dann sind
      2. Im 2.Schritt die auf dem Markt angebotenen Ländereien (Mindestanforderung: 8 Hektar) vor Ort in Augenschein zu nehmen. Und zwar in Beisein einer landwirtschaftlich bewanderten Person.
        In Deutschland ist das finanzielle Suchprofil einer Siedlergemeinde erfüllbar.
        Nur ein schnell gegoogltes Beispiel, wenn auch verpachtet und von der Wohn/Ackerfläche etwas zu klein geraten: Ein Dreiseithof mit Wohnhaus (200m2 Wfl.), sehr massive und solide Bausubstanz, sehr gut erhaltener und ausbaufähiger Dachstuhl, Stall/Scheune, Wirtschaftsgebäude und Garagen, mit 6 Hektar bewirtschafteter Acker- und Grünfläche. 99.000,- EURO. Ein freier, größerer Hof mit 2 Hektar mehr Land sollte daher für 240.000,-/440.000,- durchaus zu finden sein. Ist er das, wäre das der Zeitpunkt „zur Sache zu kommen“. Selbst wenn man den Anschaffungspreis nicht gleich durch 70 Leute teilen kann, weil die Kerndorfsiedler nicht am Start oder noch unentschlossen sind, ist ein VorwegStart mit 20 Hof/Schnittstellen-Aktivisten ja nicht aus der Welt – und selbst dann bleibt das „Unternehmen Ausstieg“ im Rahmen der Pro Kopf-Einstiegssumme von 18.500,-. Wobei diese dann nach dem Zusammenlegen noch weitere 130.000 für „Sonstiges“ übrig haben werden.
      3. Im 3.Schritt, man kann diesen natürlich auch voranziehen, wird die gemeinsame Organisationsform festgelegt. Hier geht es mit Blick auf Vorteile in den Bereichen Steuerersparnis, Sponsorenhandling, Rechtsschutz, Autonomiegewährleistung und Mitglieder-Mitbestimmung darum, die ideale „Trägerform“ zu finden, sowohl für die Zeit des Aufbaus als auch danach. Sie soll dem Gesamtprojekt ein hohes Maß an organisatorischer und finanzieller Autonomie ermöglichen. Verein, Genossenschaft, Stiftung, Religiös-Weltanschauliche Gemeinschaft…, es bietet sich einiges an. Wobei Doppeleintragungen empfehlenswert sein werden.
      4. Im 4.Schritt legen – im Idealfall – 50 künftige Dorf-Haushalte und 20 künftige Ordensmitglieder ihren Einstand von jeweils ca. 18.500,- in einen gemeinsamen Topf. Als gemeinschaftliches Sperrkonto. Die einzelnen Investitionen und ihre Verwendung müssen dabei durch Onlinebanking für jeden Mitwirkenden tansparent sein.
      5. Im 5.Schritt kauft die Gemeinschaft über einen Teil der Einlagen den Bauernhof nebst Land/Grund/Boden. Im Landtrustsystem; hierdurch wird der Gesamtgrund der Siedlung Eigentum der Gemeinschaft, die somit auch leichter über neue Hinzuzieher entscheiden kann. Während Haus, Garten und Wirtschaftsfläche in Privatbesitz verbleiben.
      6. Im 6.Schritt ziehen die SSB-Mitarbeiter auf ihren Hof und nehmen die notwendigen
        Einrichtungsarbeiten vor. Die Dörfler lassen sich ihre Häuser aufstellen oder verrichten die Baumassnahmen selbst. Die Erstellung der Wege, Zuleitungen und Sozialbereiche besorgen fremde Unternehmen.
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