Gemeinschaft: Dörfliche Wirtschaftskreisläufe und Gemeinwohl

Materielle Freiheit kann nur erlangt werden, wenn wir unsere Grundbedürfnisse selbst decken können. Dazu bedarf es einer eigenen Wirtschaft die sich nach außen Abgrenzt und das braucht ein eigenes Tauschsystem.

Ein eigenes Tauschsystem ist ein einzelner Punkt, an dem eine ganze Gemeinschaft scheitern und erblühen kann, weil sich dadurch ihre Wirtschaftskraft nach innen richtet und der Abfluss von Lebenskraft in das System verringert wird.


Das ist der vorläufige Stand dieser Ausarbeitung


Geschützter Wirtschaftskreislauf

Die Autarkie ist verbunden mit einem Wirtschaftskreislauf der bevorzugt innerhalb des Dorfes zu einem Austausch führt. Dazu bedarf es einem eigenen und unabhängigen Tauschmittel, das uns unabhängig der Währungsentwicklung des Scheingeldes macht. Sowie eines Schutzes unseres Handels.
Ein eigenes Tauschmittel ist deshalb wichtig, weil es die Arbeit im Dorf hält. Die Gemeinschaft muss nicht mit den Preisen außerhalb konkurrieren und ist einigermaßen unabhängig von Währungsschwankungen oder einer Krise. Der Wechselkurs kann jederzeit dem tatsächlichen Wert der Scheinwärung angepasst werden.

Zudem soll damit die Steuerlast reduziert werden und das aus zwei Gründen:

  1. Zum einen wird mit den hohen Abgaben vieles finanziert, was Lebensfeindlich ausgerichtet ist und wir möchten unsere Arbeitskraft nicht dem System zu diesem Zweck zur Verfügung stellen, weil wir den Frieden fördern wollen.
  2. Zum Anderen ist die Selbstversorgung mit mehr Aufwand verbunden, den wir gerade zu Anfang haben werden, das heißt mit so einer großen Abgabenlast ist so ein Projekt nicht umsetzbar.

Die Freiheit die daraus entsteht, versetzt uns auf Dauer in die Lage nur noch Arbeit aus dem System anzunehmen, die Lebensförderlich ist. Die Energie die daraus frei wird, geben wir zurück, indem wir in der Region fördern, worum sich sonst niemand kümmert. Die Verwirklichung muss jedoch zwingend(!) in einem völlig legalen Rahmen stattfinden und darf kein Kampf sein, sondern ein passiv werden und weg gehen. Es soll korrekt alles Versteuert werden, was mit dem Scheingeld abgewickelt wird, wenn das jedoch unsere Tätigkeit füreinander nicht betrifft, reduziert sich dieser Anteil zunehmend.

An dieser Stelle möchte ich nochmals klar stellen. Wir sind keine Gegner von irgendetwas, wir wollen nichts bekämpfen sondern in Frieden miteinander Leben. Also unterstützen wir es nicht, wo dieses System mit unserer Hilfe destruktiv wirkt. Wir gehen den friedlichen Weg der Hinwendung zur lebendigen Gemeinschaft. Es hat seine Richtigkeit, dass jeder etwas zum großen Ganzen beiträgt, aber das Verteilungssystem geht fehl und das rechte Maß ist im Lauf der Geschichte verloren gegangen.

Tauschwirtschaft

Imgrund ist es ein Tauschring auf Vertrauensbasis von Mensch zu Mensch den wir gestalten und wir schöpfen ein eigenes Mittel um uns diese zu vereinfachen.
Die beste Idee die mir hierbei begegnet ist, ist eine Zeitwährung die als Inhaber-Schuldverschreibung von uns selbst ausgegeben wird. Dieses System vereinfacht unseren Tauschhandel und ist kein Geld im rechtlichen Sinne. Konstantin Kirsch hat dazu eine ideale Grundlage geschaffen und rechtlich abgeklopft, es braucht lediglich ein Umdenken und Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Mitmenschen.

minutocash.org

Ließ dir bitte das Konzept durch: Das Minuto Konzept (pdf)

Der Vorteil einer Zeitwährung ist mitunter eine große Klarheit über den Wert von Arbeit und es wirkt befriedend, wenn die „Gehaltsunterschiede“ geringer und transparenter ausfallen.

Wir wir den Minuto für uns Verwenden

Wenn Scheingeld im System verdient wird, wird dieses entsprechend des Zeitaufwandes in Minuto umgetauscht. Herausgeber sind die Währungsbeauftragten, welche als Vertreter der Gemeinschaft für diesen Zufluss das Leistungsversprechen in Minuto abgeben. Bei einem Umtausch von Minuto in Scheingeld, kommen sie zum Verein zurück, womit jeder gleichwertigen Zugang zum System erhält. Somit ist gesichert, das die Arbeit die im Dorf oder noch im System geschieht, in gleicher Weise wertgeschätzt werden.
Sachverständige kümmern sich im Schnittstellenbetrieb um Steuern, Buchhaltung und das Gemeinschaftsgeld, mit dem Ziel den Kontostand des Scheingeldes niedrig zu halten und stets in Sachwerte umzusetzen. Entweder in notwendige Anschaffungen, neue Unternehmungen oder werterhaltende Dinge. Wenn innerhalb des Dorfes Überschüsse entstehen, sollen diese nach gemeinsamem Beschluss, der Gemeinde und Region in konkreten Vorhaben zugute kommen.

Gemeinwohlorientierte Aufgaben

Die von den Währungsbeauftragten stellvertretend für die Gemeinschaft erzeugten Minuto, sind verbürgt mit der Leistung aller im Dorf. Diese Minuto sollen in einer Farbe erzeugt werden, um sie von anderen Minuto unterscheiden zu können. Der beschränkte Geltungsbereich kann auf dem Stempelaufdruck stehen.

Minuto werden von den Währungsbeauftragten erzeugt und ausgegeben

  • als Gegenwert für Systemgeld Zufluss
    • bei Einkünften von Scheingeld aus Arbeit
    • Renten
  • für Gemeinschaftsdienste
    • Ärzte, Heiler
    • Familienförderung
    • Dorfbad/Wellness-Oase
    • Reinigung
    • Lehrer
    • Ausgleich für Führungsaufgaben
    • SSB-Mitarbeiter1)SSB=Schnittstellenbetrieb, dieser Dienst muss geprüft werden, ob er sich organisatorisch getrennt von der Gemeinschaft gehalten werden muss

Minuto kommen zurück zum Verein

  • durch Umtausch in €
    • Geschäfte die auf Werkstoffe von außen angewiesen sind
    • Privatvergnügen
    • Importladen von Gütern die wir nicht Herstellen können
  • Waren die vom SSB2)Schnittstellenbetrieb in Scheingeld eingekauft werden
  • Gemeinschaft spendet Minutos für Gemeinschaftsprojekte

Bei einer zu hohen Umlaufmenge der vom Verein erzeugten Minuto müssen bei Bedarf solche eingezogen und vernichtet werden, als Verrechnung der Aufwendungen, welche die Gemeinschaft für ihre gemeinsamen Belange verbürgt hatte. Wenn das geschieht, sehen wir alle gemeinsam, wieviel Zeit uns unsere Gemeinschaftsdienste gekostet haben.

Spenden für Gemeinschaftsprojekte

Wir schreiben aus, das wir z.B. für ein Pferd, einen Spielplatz oder eine Straße Geld brauchen und jeder der Interesse daran hat, spendet dafür. Das könnte man als Zweckgebundenes Abo regeln oder um einmalige Zuwendungen bis die Summe da ist, die veranschlagt ist.

Trennung der Wirtschaftskreise

Es besteht eine strikte Trennung zwischen Systemgeld und Minuto. Innerhalb des Dorfes dürfen nur Minuto gehandelt werden, weil sich sonst steuerliche Konflikte ergeben könnten. Systemgeld wird korrekt versteuert und deshalb möglichst wenig benutzt. Minuto sind ein Tauschgeschäft von Zeit und Leistung auf Vertrauensbasis von Mensch zu Mensch. Der Handel findet entweder von Mensch zu Mensch statt, von selbst geschöpften Minuto und unbeschränkt in der ganzen Region. Oder mit Systemgeld über den Schnittstellenbetrieb (SSB) über ein Team von Einkäufern und Organisatoren.
Eine Sonderstellung erhält der von der Gemeinschaft für Gemeinschaftsaufgaben geschöpfte Minuto, welche nur in der Gemeinschaft gelten und getauscht werden.

 


Weitere Regeln zum Schutz des Handels

Produkte die innerhalb des Dorfes hergestellt werden können, dürfen nicht von außerhalb eingeführt werden. Der Außenhandel ist auf 30% der Warenmenge begrenzt.

Außenhandel der Gemeinschafts-Minuto muss ausgeschlossen sein, damit die Umlaufmenge gering gehalten werden kann. Zudem regt das dazu an, auch Private Minuto zu Schöpfen die Intern und in der Umgebung Gehandelt werden können.


Ich würde mich des weiteren an den Ausarbeitungen von Wolfgang Eggert orientieren und weitere Details gemeinsam ausarbeiten. Einige Dinge finde ich von ihm unklar beschrieben und würde diese gerne gemeinsam durchgehen.

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Quellen und Hinweise   [ + ]

1. SSB=Schnittstellenbetrieb, dieser Dienst muss geprüft werden, ob er sich organisatorisch getrennt von der Gemeinschaft gehalten werden muss
2. Schnittstellenbetrieb