Leben als Empath

Es ist gar nicht so einfach das zu beschreiben und an alles zu denken, weil es so selbstverständlich ist und man sich in manchen „Komfortzonen“ einzurichten beginnt ohne es zu bemerken.

Was Empathen auszeichnet ist im Netz inzwischen gut zu finden. Man begegnet mir auf den ersten Moment fast immer aufgeschlossen, auf den zweiten manchmal sehr ablehnend.

Ich bin starker Empath oder Hochempathisch oder Sensitiv oder eben allgemein Hochsensibel. Ein leben zwischen Überforderung und  einer faszinierenden Welt. Mir begegnet immer wieder ein Unglauben meines gesprochenen Wortes und beim tatsächlichen Erleben. Diese Gabe ist schwierig und braucht viel Achtsamkeit und Achtung. Ich fühle nicht absichtlich irgendwo herum. Zum einen würde das die Integrität meiner Mitmenschen verletzen und zum anderen wäre das viel zu Anstrengend.

Es ist schwierig als Empath irgendetwas falsches gelten zu lassen. Ich kann darüber schweigen, aber ich leide unter Falschheit und Lügen. Es bildet ein Spannungsfeld das sehr anstrengend ist, zwischen dem was ein Mensch tatsächlich ist, von seiner inneren Natur her und dem was gelebt wird. Das macht mich Anstrengend, selbst für diejenigen welche sich selbst begegnen wollen, bleibt es eine Herausforderung. Diejenigen die das nicht wollen, fühlen sich von mir abgestoßen und ich von ihnen. ich kann es zwar verstehen aber es ist eben Anstrengend. Zusätzlich ist es mit solchen Menschen schwierig weil sie ihre innere Abwehr auf eine Sache auf mich als Person projizieren. Das fühlt sich manchmal an wie ein energetischer Angriff. Ich weiß inzwischen das ich nicht gemeint bin, aber dennoch bleibt es unangenehm.
Ich brauche ein großes Maß an Authentizität, ich spreche gern darüber was gerade da ist, weil ich selbst die Harmonie suche.

Das ist vielleicht egoistisch oder eben einfach meine Natur als Empath. Als Spieler im Gesellschaftsspiel habe ich eben die Rolle des erspürens von Wahrem, von Stimmigem. Die Aufgabe die Menschen die mir begegnen zu sich selbst zu führen, sichtbar zu machen, was IST.
Ich verstehe so gut, wenn sich Menschen von mir fernhalten oder mich „dosieren“ und nur hin und wieder treffen können. Aber ich leide noch darunter, habe noch kein optimales Verhältnis darin gefunden.

Es ist für mich sehr schön und spannend, das Menschen die Erfahrungen mit LSD, Psilocybin oder DMT (Ayahuasca) gemacht haben und ich ihnen dann erklären kann, das ich ständig in so einem Zustand bin, soviel wahrzunehmen.
Es ist nicht eins zu eins vergleichbar, zudem diese Entheogene sehr verschieden wirken können, je nach dem in welcher Umgebung, mit welcher Stimmung, Herangehensweise und Umfeld diese Substanzen eingenommen werden. Doch nach ein paar solcher Erfahrungen, fühle ich mich deutlich besser verstanden. Insbesondere wenn jemand gerade unter dem Einfluss von Entheogenen steht.
Im Allgemeinen führt es tendenziell dazu, das Erfahrungen gemacht werden, Stimmungen und Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen. Der Geist wird geöffnet und die Wahrnehmung verschärft. Manch einer ist davon überfordert und das trifft das Kernproblem solcher angeborener Fähigkeiten.
Es ist eine Herausforderung mit so vielen Energien umzugehen, neben den Eigenen. Zu trennen zwischen dem eigenen und dem fremden. Die weniger sensiblen Menschen haben keine Kontrolle darüber wie stark sie ein Gefühl energetisch aufladen, wie stark ihre Gedanken sind und auch kaum, wie übergriffig manches ist. Wenn mir jemand zu laut fühlt, behelfe ich mich damit zu kommunizieren das sie in Ruhe kommen sollen, ankommen (wenn es Besuch ist) und das wahrzunehmen was jetzt gerade da ist.

Noch viel schwieriger kann Berührung sein, denn hier ist noch weniger Bewusstsein. Wir kennen es zwar alle, wie es ist „mit Blicken ausgezogen zu werden“ also Sexuell angesehen zu werden oder jemandem „die kalte Schulter zu zeigen“ aber es geht eben viel weiter. Eine Berührung des Körpers kann sich anfühlen wie gar keine, wenn ein Mensch nicht mit seinem Bewusstsein berührt sondern unbewusst. Eine Umarmung kann sich völlig fremd anfühlen, wenn man spürt das er in Gedanken woanders ist und man selbst gar nicht Umarmt wird, sondern stellvertretend. Und Umarmungen können so wunderbar sein, wenn jemand mit Bewusstsein dabei ist, das man sie irgendwann aus Anstand unterbricht oder bemerkt das es deshalb dem anderen unangenehm wird.

Ein Freund sprach mich kürzlich darauf an, das es völlig anders ist mich zu begrüßen. Für mich ist das so, das ich mit meinem Bewusstsein stark dabei verweile, was gerade ist. Tritt ein Freund zu mir, beginne ich seine Welt wahrzunehmen und das tue ich möglichst ganz. Ein neuer Kosmos kommt in meinen Raum und ich begrüße ihn, begleitet von meinem Gefühl der Liebe für diesen Menschen. Zwei Räume begegnen sich. Jedenfalls sollte es so sein und ich genieße das meistens. Wenn auch öfter jemand aus seiner Welt, und dem Alltag erst mal zur Begegnung und meinem Raum finden muss.
Eine Umarmung ist dafür ein wunderbares Mittel. Ein „ich nehm dich Wahr“ und sage dir Hallo mit dem was du gerade bist.

Es kann jedoch irritierend sein, weil ich je nach Empfindung Menschen manchmal innig umarme und ein anderes mal nur die Hand gebe oder ihn mit den Augen oder einem Kopfnicken begrüße. Ich kann das nicht ändern und will das auch immer weniger. Für Normalsensible ohne Bewusstsein über ihre eigene Energie ist das jedoch oft unverständlich, warum jetzt gerade so und ein anderes mal anders.

Empathen sind für ihr Umfeld ein Seegen, wenn sie annehmen lernen, was er zu geben hat. Hochsensible geben gerne und sie suchen Harmonie und haben mehr bewusstsein dafür, wo sie liegt und wie sie zu finden ist.

Nimm das Geschenk an, bitte 🙂

 

  • Empathie: Ein Leben ohne Haut – Gitta Peyn
  • Das Handbuch für Hochsensible: Ein Arbeitsbuch für die optimale Nutzung der Gabe Hochsensitivität Barbara Sawitza & Germanus Piegsda

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